Terroir und Vignaiolo

Terroir ist eines der mystikbehangenen Worte, die man nur schwer direkt übersetzen kann. Ursprünglich ein französisches Wort, hat es sich weltweit als jener Begriff etabliert, der jedes Element der Natur umfasst, der für die Herstellung der zur Weinherstellung angebauten Trauben verwendet wird. Es ist leicht anzunehmen, dass sich das Terroir auf das Land, das Territorium und den Boden bezieht, auf dem Weinreben wachsen. Während dies ein sehr wichtiger Aspekt ist, der den einzelnen Weinen ihren eigenen Geschmack verleiht, erstreckt sich das Terroir auch auf Folgendes:

  • Topographie des Landes (ob flach, hügelig oder bergig)
  • Die Nähe zu Flüssen, Seen oder zum Meer
  • Die Ausrichtung des Weinbergs
  • Die Höhe über dem Meeresspiegel
  • Typische Windverhältnisse
  • Klima
  • Anzahl an Sonnenstunden
  • Nacht- und Tagestemperaturschwankungen
  • Saisonale klimatische Schwankungen

 

Vignaiolo
Vignaiolo ist ein italienisches Wort, mit dem die Kombination von „Winzer“ und „Traubenzüchter“ beschrieben wird. In der Regel arbeiten beide getrennt in ihren eigenen Bereichen, könnten jedoch ohne ihre Arbeit in Richtung eines gemeinsamen Zieles zu harmonisieren nicht überleben. Während der Winzer für die Verarbeitung und den Charakter des Weines verantwortlich ist, entscheidet und wählt der Traubenzüchter die geeigneten Reben, kümmert sich um das Land und die einmal gepflanzten Reben, um die allerbesten Trauben für einen bestimmten Wein anzubauen. Das Zusammenführen dieser hochspezialisierten Pfade zu einem gemeinsamen Thema kann zu einer Herausforderung werden, insbesondere wenn die jeweiligen Experten nicht dieselbe Weinsprache sprechen.

Mit Desiderio N° 1 verbinden wir die Fachkompetenz dieser wichtigen Rollen mit VIGNAIOLO, einem Experten, der den gesamten Weinherstellungsprozess vom Terroir bis zum Verkorken überwacht und das optimale Ergebnis garantiert – eine einzigartige Geschichte der Weinherstellung – die sich mit der Öffnung jeder einzelnen Flasche unserer herrlich überlegenen Weine entfaltet.

 

Calandrine- und Carbocine-Böden
Die Dolomiten spielen eine wichtige Rolle für die Charakteristik aller in der Region Venetien, Marca Trevigiana (Mark Treviso) angebauten Weine. Das Gebirge schafft ein Mikroklima mit drastischen Temperaturschwankungen und einem jährlichen Niederschlag von 900 mm, der dazu beiträgt, das Aroma der Traube zu konzentrieren, um dem Wein einen runderen Geschmack zu verleihen. Ein weiterer Qualitätsfaktor sind die mineralhaltigen Böden des Anbaugebiets, auf denen die aus dem 12. Jahrhundert stammenden Reben gedeihen dürfen. In der Marca Trevigiana gibt es zwei Hauptbodentypen: Calandrine-Böden sind eine leichte Kombination aus Ton und Schlick, die vom Fluss Piave abgelagert werden, der 3 km südlich der Stadt Valdobbiadene – der Heimat des Prosecco – fließt. Er eignet sich perfekt für den Anbau von Trauben mit einer leichteren Konzentration an Aromen. Carbocine-Böden sind eine schwere Mischung aus Ton und „Caranto“, einem Konglomerat aus Sand und Meereston, das mit einem kalkhaltigen Zement vermischt ist, der über Jahrtausende von den Dolomiten herausgewaschen wurde. Carbocine-Böden werden häufiger mit dem Anbau vollmundiger roter Rebsorten wie Merlot, Pinot Noir und Cabernet Sauvignon in Verbindung gebracht.